Bohnenkultur

Kaffeeproduzierende Länder – Woher kommt der Kaffee?

Kaffee gehört zu den meistgehandelten Waren der Welt. Die wertvolle Fracht legt häufig lange Wege zurück, bis sie zum geliebten Heißgetränk aufgebrüht wird und in unsere Tassen gelangt. Doch wo wird die Pflanze angebaut? Schauen wir uns einmal die Kaffeeproduktion in den Ländern Brasilien, Vietnam, Indonesien, Äthiopien und Honduras an.

Kaffeeanbau – Eine tropische Angelegenheit

Zunächst etwas zur Pflanze selbst: Kaffee ist ein immergrüner Strauch der Familie Rubiaceae, die auf Kaffeeplantagen circa 2 m hoch wachsen, in freier Wildbahn etwas höher. Sie wächst auf dem sogenannten Kaffeegürtel um den Äquator. Kaffee bevorzugt vornehmlich Standorte mit ausgeglichenen Temperaturen, möglichst ohne Frost, viel Niederschlag, großem Nährstoffreichtum und Schatten. Mehr als 70 Länder produzieren entlang des Kaffeegürtels. Die größten sind Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien, Äthiopien und Honduras.

Die beiden Varietäten Arabica und Robusta wachsen in Form von kleinen Früchten, Kirschen oder Beeren. Diese werden je nach Größe der Farm und Ebenheit des Bodens manuell gepflückt oder maschinell geerntet. In den letzten Jahren wurden rund 169 Millionen à 60 kg Säcke der kostbaren Bohnen weltweit verschifft. Doch selbst wenn der Bedarf stetig steigt, ist der Anbau einigen Gefahren ausgesetzt. Die „Rost“ genannte Kaffeekrankheit und das sich verändernde Klima gelten als die größte Bedrohung für den Anbau von Kaffee.

Kaffee benötigt sehr spezifische klimatische Bedingungen, um optimal zu wachsen. Das macht ihn sehr anfällig für klimatische Faktoren wie Frost und somit für den Klimawandel. Bis heute befassen sich hauptsächlich Klein- und Kleinstproduzent:innen mit seinem Anbau. Rund 20 Millionen Familien leben von ihm. Damit ihre Lebensgrundlagen abgesichert sind, ist es wichtig, dass Industriestandards etabliert werden. Investitionen in Bewässerung, Monitoring von Pflanzen und Wetterbedingungen, Lagerungsmöglichkeiten und Ausbildung der jüngeren Generation können Farmer:innen dabei helfen, sich auf verschiedene Szenarien besser vorzubereiten.

Als Verbraucher:in ist es da gar nicht so einfach, eine für die Umwelt und Menschen angemessene Wahl zu treffen: verschiedene Initiativen, wie beispielsweise Fair Traden, versuchen, den Weg des Kaffees nachvollziehbar zu machen. Doch auch hier bleibt Transparenz eine Vertrauensfrage. Eine Möglichkeit, die Lieferkette offenzulegen und alle Schritte nachvollziehbar zu machen, ist die Blockchain. Sie ist ein kryprographisches Verfahren, bei dem durch die Aneinanderreihung von Blöcken Datensätze verschlüsselt und gleichzeitig eindeutig identifizierbar gemacht werden können. So können Lieferkette, Ernte, Trocknung, Verpackung oder Verschiffung individuell nachvollziehbar festgehalten werden. Hört euch dazu unseren Cappuccino Dialog an.

Woher kommt also unser Kaffee? Schauen wir es uns einmal im Detail an:

Brasilien

Kaffeeproduzierende Länder: Brasilien

Produzierter Kaffee: 44,2 Mio. (60 kg-) Säcke/ 2,65 Mio. Tonnen
Anbauflächen: 27.000 km²
Regionen: Bahia, Cerrado do Bahia, Chapada de Minas, Chapada Diamantina, Espiritu Santo, Matas de Minas, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Paraná, Planalto de Bahia, Sao Paulo, Sul de Minas, Fortaleza
Varietäten: Arabica: Mundo Novo, Icatu, Catuai, Acaia und Bourbon

Brasilien steht seit über 150 Jahren an der Spitze der kaffeeproduzierenden Länder. Etwa ein Drittel des Kaffees weltweit stammt aus Brasilien. Über 200.000 Farmen sind am Anbau und der Ernte von Kaffee beteiligt.
Kaffee in Brasilien wird hauptsächlich maschinell geerntet. Im Fokus steht dabei in beinahe allen Regionen Arabica. Nur etwa ein Drittel ist Robusta. Anders als in den meisten kaffeeproduzierenden Ländern ist die bevorzugte Aufbereitungsmethode hier die trockene Aufbereitung, im Gegensatz zur nassen.

Kaffee hat eine lange Geschichte in Brasilien. Er gehört zum Alltag und zur Kultur mit romantischer Herkunftslegende rund um den charmanten portugiesischen Offizier Francisco de Mello Palheta.

Vietnam

Kaffeeproduzierende Länder: Vietnam

Produzierter Kaffee: 27,5 Mio. (60kg) Säcke / 1,65 Mio. Tonnen
Anbauflächen: 7.050 km²
Regionen: Zentrales Hochland Đắk Lắk, Nord-Vietnam, Süd-Vietnam, Ninh Bình, Quảng Bình, Buôn Mê Thuột
Varietäten: Arabica, Robusta: Chari (Excelsa); Arabica: Catimor Arabica SE; Robusta: TR4; TR5; TR6; TR7; TR8

Vietnam ist mit etwa 20 % des gelieferten Kaffees weltweit auf Platz 2 der größten kaffeeproduzierenden Länder der Welt. Dabei geht Vietnam einen etwas ungewöhnlichen Weg: Während sich die meisten Länder auf den Anbau der als wertig betrachteten Arabica-Varietäten konzentrieren, füllt Vietnam mit seinem Fokus auf Robusta gewissermaßen eine Nische. Über 95% des hier produzierten Kaffees ist Robusta, der zwar nicht den besten Ruf in Bezug auf Qualität genießt, in den letzten Jahren aber eine Qualitätsoffensive erfahren hat.

Dabei ist Vietnam ein relativ junger Kaffeeproduzent. Die ersten Kaffeeplantagen wurden zwar bereits um 1850 unter der französischen Kolonialverwaltung etabliert, doch erst ab den 1920ern nahm die Produktion konkurrenzfähige Ausmaße an. Nach kurzzeitiger Kollektivierung der Plantagen im Zuge des Vietnamkrieges öffnete sich der Markt für private Unternehmen 1986.

Die Bedeutung von Kaffee schlägt sich in Vietnam auch in der Kultur nieder. Neben Tee nimmt Kaffee einen hohen Stellenwert im Alltag der Menschen ein. Vietnamesischer Kaffee wird typischerweise in einzelnen Portionen mit den phin-genannten Metallfiltern zubereitet und mit süßer Kondensmilch gepaart. Eine besondere Spezialität des Landes: Ca Phe Sua Da, bei dem der heiße Kaffee direkt auf Eiswürfel gebrüht wird, perfekt für heiße Sommer.

Indonesien

Kaffeeproduzierende Länder: Indonesien

Produzierter Kaffee: 11 Mio. (60kg-) Säcke / 660.000 Tonnen
Anbauflächen: 12.000 km²
Regionen: Sumatra, Lintong, Gayo, Sulawesi, Java, Bali, Sumbawa, Flores, Papua
Varietäten: Arabica: Typica, Hibrido, Linie S, Rambung, Abyssina, Caturra, Catimor, Sumatra

Die Kaffeeproduktion auf dem Inselstaat Indonesien nimmt einen hohen Stellenwert ein und reicht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Kaufleute der Niederländischen Ostindien-Kompanie etablierten den Kaffeeanbau. Heute ist Indonesien einer der größten Kaffeeproduzenten weltweit.

Obwohl mengenmäßig die Produktion von Robusta-Bohnen dominiert, weiß Indonesien mit vielfältigen Arabica-Varietäten aufzuwarten. Indonesische Arabica-Bohnen sind für ihren geringen Säuregehalt und ausgewogenen Geschmack bekannt.

Kaffee in Indonesien wird zu 90 % von Kleinbauern angebaut. Dank einiger ungewöhnlicher Methoden beim Kaffeeanbau hat Indonesien eine gewisse Bekanntheit innerhalb der Kaffeewelt erlangt:
Bei der Giling Basah Aufbereitungsmethode werden die Kaffeekirschen entpulpt und anschließend einen Tag lang getrocknet, wodurch sie sich blaugrün verfärben. Diese Methode wird nur hier genutzt.

In den letzten Jahren zu zweifelhafter Bekanntheit gelangt ist der „Katzenkaffee“ genannte Kopi Luwak. Die Kaffeebohnen werden von ursprünglich wildlebenden Schleichkatzen verzehrt und durch ihre Verdauung fermentiert und enthüllt. Der Kaffee aus den ausgeschiedenen Bohnen besticht wohl durch außerordentliche Qualität. Allerdings kommt es in vergangenen Jahren aufgrund der gestiegenen Nachfrage und dem hohen Preis immer mehr zu Problemen mit dem Tierschutz.

Honduras

Kaffeeproduzierende Länder: Honduras

Produzierter Kaffee: 5,8 Mio. (60kg Säcke)/ 348,000 Tonnen
Anbauflächen: 4.200 km²
Regionen: Agalta, Comayagua, Copán, El Paraíso, Montecillos, and Opalaca, Tegucigalpa
Varietäten: Arabica: Pacas, Typica, Catuai, Caturra, Lempira, I-90

Honduras ist der größte Kaffeelieferant in Zentralamerika. Der Anbau beschränkt sich ausschließlich auf Arabica-Bohnen, für die in dem bergigen Land sehr gute klimatische Bedingungen herrschen. Leider kämpfen Produzent:innen in Honduras immer wieder mit Kaffeerost, der große Teile der Ernte vernichten kann.

Kaffeeanbau in Honduras ist auf mehrerlei Hinsicht einzigartig:
Der Anbau liegt zum großen Teil noch in der Hand von Klein- und Kleinstproduzent:innen. Etwa 120.000 Familien leben von der Kaffeepflanze.

Das Land hat in den vergangenen Jahren seinen Fokus auf den Anbau von Spezialitätenkaffees gesetzt und sich damit einen guten Ruf aufbauen können.
Größte Abnehmer sind die Länder der Europäischen Union und speziell Deutschland.

Äthiopien

Kaffeeproduzierende Länder: Äthiopien

Produzierter Kaffee: 6,4 Mio. (60kg-) Säcke / 384.000 Tonnen
Anbauflächen: 4.000 km²
Regionen: Gimbi, Harrar, Jima, Limu, Sidama, and Yirgacheffe
Varietäten: Arabica: Harar, Ethiopia Genika, Sidama, Yirgacheffe, Limu, Heirloom: Mokka, Geisha

Äthiopien gilt als Ursprungsland von Kaffee. Er wurde der Legende nach vom Ziegenhirten Kaldi im 9. Jahrhundert entdeckt, der sich darüber wunderte, wie die roten Früchte des Kaffeebaums seinen Ziegen neue Kräfte zu verleihen schienen.

Kaffeeanbau wird in Äthiopien seit vielen Jahrhunderten betrieben und ist heute einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Er ist wie der Verzehr sehr traditionsbehaftet: Kultivierung, Ernte und Trocknung sind Handarbeit. In Äthiopien wird zwischen Langbeeren, Kurzbeeren und Mokka unterschieden.

In Äthiopien werden nur Arabica-Varietäten produziert. Die Anbauregionen unterteilen sich dabei grob in Wild-, Garten- und Plantagenkaffee. Als Herkunftsland des Kaffees wachsen in den Wäldern Äthiopiens noch zahlreiche Wildarten, die auch bei sich änderndem Klima den Kaffeebestand sichern könnten.

Kaffee aus Äthiopien hat einen einzigartigen und vielseitigen Charakter. Unterstrichen wird dieser durch die Kaffee-Zeremonie, bei der Familien auf ausgestreutem Gras und Blumen zusammenkommen, um Kaffee auf traditionelle Weise zu genießen. Dabei werden erst die grünen Bohnen auf offener Flamme geröstet, dann zerstoßen und schließlich in der traditionellen Jibena mehrfach aufgebrüht.

Kaffeeanbau – Eine tropische Angelegenheit

Zunächst etwas zur Pflanze selbst: Kaffee ist ein immergrüner Strauch der Familie Rubiaceae, die auf Kaffeeplantagen circa 2 m hoch wachsen, in freier Wildbahn etwas höher. Sie wächst auf dem sogenannten Kaffeegürtel um den Äquator. Kaffee bevorzugt vornehmlich Standorte mit ausgeglichenen Temperaturen, möglichst ohne Frost, viel Niederschlag, großem Nährstoffreichtum und Schatten. Mehr als 70 Länder produzieren entlang des Kaffeegürtels. Die größten sind Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien, Äthiopien und Honduras.

Die beiden Varietäten Arabica und Robusta wachsen in Form von kleinen Früchten, Kirschen oder Beeren. Diese werden je nach Größe der Farm und Ebenheit des Bodens manuell gepflückt oder maschinell geerntet. In den letzten Jahren wurden rund 169 Millionen à 60 kg Säcke der kostbaren Bohnen weltweit verschifft. Doch selbst wenn der Bedarf stetig steigt, ist der Anbau einigen Gefahren ausgesetzt. Die „Rost“ genannte Kaffeekrankheit und das sich verändernde Klima gelten als die größte Bedrohung für den Anbau von Kaffee.

Kaffee benötigt sehr spezifische klimatische Bedingungen, um optimal zu wachsen. Das macht ihn sehr anfällig für klimatische Faktoren wie Frost und somit für den Klimawandel. Bis heute befassen sich hauptsächlich Klein- und Kleinstproduzent:innen mit seinem Anbau. Rund 20 Millionen Familien leben von ihm. Damit ihre Lebensgrundlagen abgesichert sind, ist es wichtig, dass Industriestandards etabliert werden. Investitionen in Bewässerung, Monitoring von Pflanzen und Wetterbedingungen, Lagerungsmöglichkeiten und Ausbildung der jüngeren Generation können Farmer:innen dabei helfen, sich auf verschiedene Szenarien besser vorzubereiten.

Als Verbraucher:in ist es da gar nicht so einfach, eine für die Umwelt und Menschen angemessene Wahl zu treffen: verschiedene Initiativen, wie beispielsweise Fair Traden, versuchen, den Weg des Kaffees nachvollziehbar zu machen. Doch auch hier bleibt Transparenz eine Vertrauensfrage. Eine Möglichkeit, die Lieferkette offenzulegen und alle Schritte nachvollziehbar zu machen, ist die Blockchain. Sie ist ein kryprographisches Verfahren, bei dem durch die Aneinanderreihung von Blöcken Datensätze verschlüsselt und gleichzeitig eindeutig identifizierbar gemacht werden können. So können Lieferkette, Ernte, Trocknung, Verpackung oder Verschiffung individuell nachvollziehbar festgehalten werden. Hört euch dazu unseren Cappuccino Dialog an.

Woher kommt also unser Kaffee? Schauen wir es uns einmal im Detail an:

Brasilien

Kaffeeproduzierende Länder: Brasilien

Produzierter Kaffee: 44,2 Mio. (60 kg-) Säcke/ 2,65 Mio. Tonnen
Anbauflächen: 27.000 km²
Regionen: Bahia, Cerrado do Bahia, Chapada de Minas, Chapada Diamantina, Espiritu Santo, Matas de Minas, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Paraná, Planalto de Bahia, Sao Paulo, Sul de Minas, Fortaleza
Varietäten: Arabica: Mundo Novo, Icatu, Catuai, Acaia und Bourbon

Brasilien steht seit über 150 Jahren an der Spitze der kaffeeproduzierenden Länder. Etwa ein Drittel des Kaffees weltweit stammt aus Brasilien. Über 200.000 Farmen sind am Anbau und der Ernte von Kaffee beteiligt.
Kaffee in Brasilien wird hauptsächlich maschinell geerntet. Im Fokus steht dabei in beinahe allen Regionen Arabica. Nur etwa ein Drittel ist Robusta. Anders als in den meisten kaffeeproduzierenden Ländern ist die bevorzugte Aufbereitungsmethode hier die trockene Aufbereitung, im Gegensatz zur nassen.

Kaffee hat eine lange Geschichte in Brasilien. Er gehört zum Alltag und zur Kultur mit romantischer Herkunftslegende rund um den charmanten portugiesischen Offizier Francisco de Mello Palheta.

Vietnam

Kaffeeproduzierende Länder: Vietnam

Produzierter Kaffee: 27,5 Mio. (60kg) Säcke / 1,65 Mio. Tonnen
Anbauflächen: 7.050 km²
Regionen: Zentrales Hochland Đắk Lắk, Nord-Vietnam, Süd-Vietnam, Ninh Bình, Quảng Bình, Buôn Mê Thuột
Varietäten: Arabica, Robusta: Chari (Excelsa); Arabica: Catimor Arabica SE; Robusta: TR4; TR5; TR6; TR7; TR8

Vietnam ist mit etwa 20 % des gelieferten Kaffees weltweit auf Platz 2 der größten kaffeeproduzierenden Länder der Welt. Dabei geht Vietnam einen etwas ungewöhnlichen Weg: Während sich die meisten Länder auf den Anbau der als wertig betrachteten Arabica-Varietäten konzentrieren, füllt Vietnam mit seinem Fokus auf Robusta gewissermaßen eine Nische. Über 95% des hier produzierten Kaffees ist Robusta, der zwar nicht den besten Ruf in Bezug auf Qualität genießt, in den letzten Jahren aber eine Qualitätsoffensive erfahren hat.

Dabei ist Vietnam ein relativ junger Kaffeeproduzent. Die ersten Kaffeeplantagen wurden zwar bereits um 1850 unter der französischen Kolonialverwaltung etabliert, doch erst ab den 1920ern nahm die Produktion konkurrenzfähige Ausmaße an. Nach kurzzeitiger Kollektivierung der Plantagen im Zuge des Vietnamkrieges öffnete sich der Markt für private Unternehmen 1986.

Die Bedeutung von Kaffee schlägt sich in Vietnam auch in der Kultur nieder. Neben Tee nimmt Kaffee einen hohen Stellenwert im Alltag der Menschen ein. Vietnamesischer Kaffee wird typischerweise in einzelnen Portionen mit den phin-genannten Metallfiltern zubereitet und mit süßer Kondensmilch gepaart. Eine besondere Spezialität des Landes: Ca Phe Sua Da, bei dem der heiße Kaffee direkt auf Eiswürfel gebrüht wird, perfekt für heiße Sommer.

Indonesien

Kaffeeproduzierende Länder: Indonesien

Produzierter Kaffee: 11 Mio. (60kg-) Säcke / 660.000 Tonnen
Anbauflächen: 12.000 km²
Regionen: Sumatra, Lintong, Gayo, Sulawesi, Java, Bali, Sumbawa, Flores, Papua
Varietäten: Arabica: Typica, Hibrido, Linie S, Rambung, Abyssina, Caturra, Catimor, Sumatra

Die Kaffeeproduktion auf dem Inselstaat Indonesien nimmt einen hohen Stellenwert ein und reicht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Kaufleute der Niederländischen Ostindien-Kompanie etablierten den Kaffeeanbau. Heute ist Indonesien einer der größten Kaffeeproduzenten weltweit.

Obwohl mengenmäßig die Produktion von Robusta-Bohnen dominiert, weiß Indonesien mit vielfältigen Arabica-Varietäten aufzuwarten. Indonesische Arabica-Bohnen sind für ihren geringen Säuregehalt und ausgewogenen Geschmack bekannt.

Kaffee in Indonesien wird zu 90 % von Kleinbauern angebaut. Dank einiger ungewöhnlicher Methoden beim Kaffeeanbau hat Indonesien eine gewisse Bekanntheit innerhalb der Kaffeewelt erlangt:
Bei der Giling Basah Aufbereitungsmethode werden die Kaffeekirschen entpulpt und anschließend einen Tag lang getrocknet, wodurch sie sich blaugrün verfärben. Diese Methode wird nur hier genutzt.

In den letzten Jahren zu zweifelhafter Bekanntheit gelangt ist der „Katzenkaffee“ genannte Kopi Luwak. Die Kaffeebohnen werden von ursprünglich wildlebenden Schleichkatzen verzehrt und durch ihre Verdauung fermentiert und enthüllt. Der Kaffee aus den ausgeschiedenen Bohnen besticht wohl durch außerordentliche Qualität. Allerdings kommt es in vergangenen Jahren aufgrund der gestiegenen Nachfrage und dem hohen Preis immer mehr zu Problemen mit dem Tierschutz.

Honduras

Kaffeeproduzierende Länder: Honduras

Produzierter Kaffee: 5,8 Mio. (60kg Säcke)/ 348,000 Tonnen
Anbauflächen: 4.200 km²
Regionen: Agalta, Comayagua, Copán, El Paraíso, Montecillos, and Opalaca, Tegucigalpa
Varietäten: Arabica: Pacas, Typica, Catuai, Caturra, Lempira, I-90

Honduras ist der größte Kaffeelieferant in Zentralamerika. Der Anbau beschränkt sich ausschließlich auf Arabica-Bohnen, für die in dem bergigen Land sehr gute klimatische Bedingungen herrschen. Leider kämpfen Produzent:innen in Honduras immer wieder mit Kaffeerost, der große Teile der Ernte vernichten kann.

Kaffeeanbau in Honduras ist auf mehrerlei Hinsicht einzigartig:
Der Anbau liegt zum großen Teil noch in der Hand von Klein- und Kleinstproduzent:innen. Etwa 120.000 Familien leben von der Kaffeepflanze.

Das Land hat in den vergangenen Jahren seinen Fokus auf den Anbau von Spezialitätenkaffees gesetzt und sich damit einen guten Ruf aufbauen können.
Größte Abnehmer sind die Länder der Europäischen Union und speziell Deutschland.

Äthiopien

Kaffeeproduzierende Länder: Äthiopien

Produzierter Kaffee: 6,4 Mio. (60kg-) Säcke / 384.000 Tonnen
Anbauflächen: 4.000 km²
Regionen: Gimbi, Harrar, Jima, Limu, Sidama, and Yirgacheffe
Varietäten: Arabica: Harar, Ethiopia Genika, Sidama, Yirgacheffe, Limu, Heirloom: Mokka, Geisha

Äthiopien gilt als Ursprungsland von Kaffee. Er wurde der Legende nach vom Ziegenhirten Kaldi im 9. Jahrhundert entdeckt, der sich darüber wunderte, wie die roten Früchte des Kaffeebaums seinen Ziegen neue Kräfte zu verleihen schienen.

Kaffeeanbau wird in Äthiopien seit vielen Jahrhunderten betrieben und ist heute einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Er ist wie der Verzehr sehr traditionsbehaftet: Kultivierung, Ernte und Trocknung sind Handarbeit. In Äthiopien wird zwischen Langbeeren, Kurzbeeren und Mokka unterschieden.

In Äthiopien werden nur Arabica-Varietäten produziert. Die Anbauregionen unterteilen sich dabei grob in Wild-, Garten- und Plantagenkaffee. Als Herkunftsland des Kaffees wachsen in den Wäldern Äthiopiens noch zahlreiche Wildarten, die auch bei sich änderndem Klima den Kaffeebestand sichern könnten.

Kaffee aus Äthiopien hat einen einzigartigen und vielseitigen Charakter. Unterstrichen wird dieser durch die Kaffee-Zeremonie, bei der Familien auf ausgestreutem Gras und Blumen zusammenkommen, um Kaffee auf traditionelle Weise zu genießen. Dabei werden erst die grünen Bohnen auf offener Flamme geröstet, dann zerstoßen und schließlich in der traditionellen Jibena mehrfach aufgebrüht.