Europas Liebe zu Kaffee

An Bord einiger der vielen Segelschiffe, die das Mittelmeer befuhren, kam der Kaffee bald nach Europa. Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert tauchte er erstmals in Venedig auf, dank des italienischen Arztes und Botanikers Prospero Alpino aus Padua.

Nahezu gleichzeitig eröffneten die ersten Lokale, die das leckere Getränk anboten. Allen voran in Venedig im Jahr 1640, dann in Marseille 1654, gefolgt von Paris (1680), London (1662) und Frankfurt (1689).

Als Kaffee seinen Weg an den Hof von Ludwig XIV. fand, verliebte sich der König so sehr in das Getränk, dass er es höchstpersönlich zubereiten wollte. Das Café Procope, eines der ersten Kaffeehäuser, das 1686 in Paris eröffnet wurde, war sofort ein beliebtes Ziel. Sogar für bekannte Persönlichkeiten wie Diderot oder Voltaire, so dass dieses Kaffeehaus schon bald in ganz Europa zum Vorbild für intellektuelle Kaffeekultur wurde, dem man nacheifern wollte.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in London bereits über 300 Kaffeehäuser. Magische Anziehungspunkte für viele kaffeebegeisterte Mäzene, darunter Kaufleute, Schiffer, Makler und Künstler.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in London bereits über 300 Kaffeehäuser. Magische Anziehungspunkte für viele kaffeebegeisterte Mäzene, darunter Kaufleute, Schiffer, Makler und Künstler.

Trotz des rasanten Anstiegs neu eröffneter Kaffeehäuser: In der neuen Welt blieb Tee bis 1773 das bevorzugte Getränk. Erst als sich die Kolonisten gegen die von König Georg III. erhobene hohe Teesteuer auflehnten, bekannt als die Boston Tea Party, begann die amerikanische Vorliebe für Kaffee, der bis zur heutigen Zeit dem Tee den Rang abgelaufen hat.

Ende des 18. Jahrhunderts war Kaffee zu einem der profitabelsten Exportgüter der Welt geworden und auf dem Weg zum zweithäufigst konsumierten Getränk der Welt. Eine bis heute milliardenschwere Kaffeeindustrie war die Folge.

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